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Als spezielles sonderpädagogisches und therapeutisches Angebot wird in der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte Wahrnehmungstraining mit Musik angeboten.
Was ist darunter zu verstehen?
Die Anwendung der Musiktherapie und ihrer Methoden auf die Bedingungen und Bedürfnisse des in seiner Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigten sehgeschädigten Kindes und Jugendlichen. Es gilt, eine Vielzahl von Wahrnehmungen anzubieten. Dies ermöglicht die Musik in ganz besonderer Weise: - das Singen von Spiel- und Bewegungsliedern
- Bewegungsimprovisation - einfache Kinderverse, Spiellieder, Tänze und freie Bewegungsimprovisation;
- die lnstrumentalimprovisation - ausgehend von der Erprobung des Körpers als Instrument werden eine Vielzahl unterschiedlicher lnstrumente einbezogen: Gegenstände aus der Umwelt, selbstgebaute oder Instrumente aus dem Orffschen Instrumentarium;
- das regulative Wahrnehmungstraining mit Musik: Es gilt hier, die dargebotene Musik, den Körper, Gedanken, Stimmungen und Gefühle ohne konzentrierte Willensanstrengung im Sinne von Geschehenlassen wahrzunehmen;
- das Malen nach Musik: Die dargebotene Musik wirkt als Auslöser und Stimulans, Erlebnisse bildnerisch und sprachlich zum Ausdruck zu bringen;
Die spezifische Zielstellung ergibt sich aus dem sonderpädagogischen Förderbedarf der mitunter nicht nur sehgeschädigten, sondern auch mehrfach behinderten Kinder und Jugendlichen. In spielerisch-schöpferischer Atmosphäre werden Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit erweitert und vertieft sowie Kommunikation und Interaktion gefördert. Körperliche und psychische Fehlspannungen können abgebaut und das Selbstwertgefühl kann gestärkt werden.
Wie wird das Wahrnehmungstraining mit Musik durchgeführt?
Der Schwerpunkt liegt in der Primarstufe. In Gruppen von 5 - 6 Schülern findet im Rahmen von Sonderstunden einmal wöchentlich das Wahrnehmungstraining mit Musik statt. Erforderliche Einzelförderung ist möglich.
Zum Bildmaterial:
• Die Wahrnehmung des Körpers steht am Anfang des Wahrnehmungstrainings mit Musik. - Wie können Hände und Füße als Instrument verwendet werden? - Wie klingt das unterschiedliche Klatschen? 
- Was spürst du in den Händen bzw. in den Füßen?
• Unterschiediche, auch selbstgefertigte Instrumente werden in Klang und Handhabung erprobt. Das Gespräch des sich anschließenden Feedbacks wird entsprechend der therapeutischen Zielstellung geführt: - Wie bringst du das Instrument zum Klingen? 
- Wie spürst du das Instrument in deinen Händen?
- Welche Geräusche aus deiner Umwelt werden nachgeahmt? - Woran denkst du, wenn du das Instrument spielst bzw. wenn du es hörst?
• Möglichkeiten der nonverbalen Kommunikation werden in Interaktionsspielen realisiert und im Feedback bewusst gemacht.
• Die Bewegungsimprovisation - Die Tücher regen die Bewegungsfreude an und bieten eine Hilfe, körperliche Wahrnehmungen zu erleben. Das Tuch wird beim “Erblühen einer Blume“ intensiv in den Händen wahrgenommen und regt das vorhandenen Sehvermögen an.

- Freie Bewegungen zu heiterer klassischer Musik oder zu Musik, die die Schüler selbst gewählt haben oder auch festgelegte Bewegungsformen aktivieren, fördern soziale Kontakte, lassen Bewegung und Ruhe bewusst erleben.
Elisabeth Bentke, Brandenburgische Schule für Blinde und Sehbehinderte Königs Wusterhausen top |